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Architektonische Kostbarkeiten des Barock

Balthasar Neumann gilt als meisterlicher Vollender des Barocks. Seine Neudefinition von Raum, die sich zum Beispiel in der Großzügigkeit des Treppenhauses der Würzburger Residenz findet, machte ihn berühmt. Auch in Mainfranken und im Landkreis Schweinfurt finden sich viele Zeugnisse seiner genialen Arbeit. Acht dieser Kostbarkeiten finden sich entlang des Radrundweges, der durch den westlichen Teil des Landkreises führt. Die ca. 80 bzw. 120 km lange Strecke geht durch hügeliges Gelände, sie verläuft auf befestigten Feld- und Waldwegen, straßenbegleitenden Radwegen und ruhigen Nebenstraßen.

 

Start des Rundweges ist Werneck, wo das wohl imposanteste Bauwerk Neumanns steht. Im Auftrag Carl von Schönborn errichtet Neumann von 1733-1746 eine Sommerresidenz mit Wirtschaftsgut und Fasanerie. Der dreigeschossige Flügelbau mit Ehrenhof, Eckpavillons und Mansardendächern ist ein Juwel unter den süddeutschen Schlössern. Über Zeuzleben geht es nach Schraudenbach wo die Turmfassade der katholischen Kuratiekirche St. Jakobus Neumanns Handschrift trägt, die Rokokofassade wurde 1752 nach seinen Plänen gestaltet. Weiter führt der Rundweg zur barocken Dorfkirche St. Cyriakus in Schwemmelsbach, deren Bau im Jahr 1738 nach einem Vorentwurf Neumanns umgesetzt wurde. Der Rundweg geht weiter über Wasserlosen, wer will kann einen Abstecher in den schönen Weinort Ramsthal unternehmen, dort ist auch der Aussichtspunkt Knückelein. Ansonsten geht der Weg direkt weiter über Eltingshausen und Oerlenbach nach Ebenhausen, wo das alte Rathaus steht. Dieses wurde 1725 nach Plänen Balthasar Neumanns errichtet. Vorbei an Poppenhausen und Kronungen fährt man über Kützberg nach Obbach der nächsten Neumann Station entgegen. Das Obbacher Schloss trägt Züge der Neumannschen Schule und wurde vermutlich nach seinen Plänen gebaut. Die nächste Station ist der Nachbarort Euerbach, dort findet man die katholische Pfarrkirche St. Michael. Neumann erbaute diese in den Jahren 1735-42 als Schlosskapelle im Rokoko-Stil für Karl Friedrich von Schönborn.

Die Fahrt geht weiter über Geldersheim nach Bergrheinfeld. Wer will kann dort die Route über Hergolshausen und Waigolshausen beenden. Eine Schleife muss der fahren, der noch zwei weitere Neumann Bauwerke besichtigen möchte. Man fährt bei Bergrheinfeld über den Main nach Grafenrheinfeld und weiter südwärts nach Heidenfeld, wo das Kloster Maria Hilf aus dem Jahr 1025 steht. Ein neues barockes Konventgebäude wurde nach Plänen Neumanns in den Jahren 1723 – 1733 erbaut. Idyllisch geht die Fahrt weiter am Main entlang bis Wipfeld, dort setzt man mit der Fähre über den Main – ein besonderes Erlebnis. Weiter führt der Weg nach Theilheim, wo die dortige katholische Kirche als typische Landkirche der Neumannschule gilt. Sie wurde in den Jahren 1758-1760 vermutlich nach Plänen Johann Michael Fischers erbaut. Von Theilheim führt der Weg zurück über Waigolshausen nach Werneck zum Ausgangspunkt des Rundweges.

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