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Sakrale Juwelen im Oberen Werntal

Im westlichen Landkreis Schweinfurt gibt es zahlreiche religiöse Stätten und Einrichtungen, die sich beispielsweise durch eine Wanderung entlang des Jakobusweges entdecken lassen. Erleben Sie das neu eröffnete Fränkische Bildstockzentrum in Egenhausen, den Passionsspielort Sömmersdorf mit Passionsgarten oder das Pfarreimuseum mit archäologischer Sammlung in Greßthal.

 

Von Fulda kommend verläuft der Jakobusweg über den Kreuzberg und Bad Kissingen durch das Obere Werntal nach Würzburg. Der Weg steigt bei Poppenhausen ins Obere Werntal ein, dort findet man die katholische Pfarrkirche St. Jakobus mit einem Echterturm von 1517. Weiterhin sehenswert sind eine Mariensäule und ein Jakobusbildstock aus dem Jahr 1553, der sich östlich der B 19 in Richtung Maibach befindet. Der Weg führt weiter über Kronungen nach Euerbach, wo die Pfarrkirche St. Michael mit Gadenanlagen sehenswert ist. Die Kirche wurde nach Plänen Balthasar Neumanns im Rokokostil erbaut. Darüber hinaus findet sich die evangelische Dorfkirche St. Cosmas und Damian sowie ein Jakobusbildstock von 1518. Ebenfalls interessant ist in Euerbach der neu angelegte Grenzsteingarten am Weihersbrunnen. Von Euerbach aus lohnt sich zudem ein Abstecher in den Passionsspielort Sömmersdorf. Im Passionsgarten zeigen Schautafeln die Hintergründe des Fränkischen Passionsspieles sowie des Passionsspieles in Sömmersdorf (nächste Spielzeit 2013). Der schön angelegte Garten mit biblischen Pflanzen lädt zu einer Pause ein.

 

Der Jakobusweg Schweinfurt-Würzburg beginnt bei Geldersheim, das früher zur Kaiserpfalz gehörte und zu den bildstockreichsten Dörfern Unterfrankens zählt. Sehenswert sind auch die imposante Kirchenburg St. Nikolaus (frühes 13 Jhdt. bzw. 17 Jhdt.) mit den Gadenanlagen, in denen sich ein archäologisches Museum befindet und die nebenan gelegene romanische Frühmesskapelle. Folgt man dem Jakobusweg gelangt man nach Egenhausen, wo es lohnt eine der schönsten Spätrokoko-Kirchen Frankens zu besichtigen, die katholische Pfarrkirche St. Johannes des Täufers. Der sich anschließende Friedhof birgt meisterliche Werke der Steinmetzkunst aus Sandstein. Erst im Mai diesen Jahres wurde in Egenhausen das erste Fränkische Bildstockzentrum eröffnet, das sich dem Erhalt dieser typisch Fränkischen Kunstform verschrieben hat. In einer modernen, multimedialen Ausstellung erhält der Besucher Informationen rund um das Thema Bildstock, das verwendete Material, die Setzungsmotive sowie über den Verfall und die Zerstörung der kulturhistorischen Objekte. Von Egenhausen aus starten zahlreiche Bildstockwege in die zehn Gemeinden des Oberen Werntals (Eröffnung der Wege am 17. Oktober 2010, weitere Informationen unter www.bildstockzentrum.de). Ein Abstecher nach Vasbühl führt zur Wallfahrtskirche des St. Jakobus d.Ä. mit einem wundervollen Rokoko-Hochaltar. In Eckartshausen kann man in der spätgotischen Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung das Grab eines unbekannten Pilgers und seiner Frau aus dem Jahr 1499 besuchen. Weiter führt der Jakobusweg nach Stettbach, wo man in der katholischen Pfarrkirche St. Leonhard drei spätgotische Schnitzfiguren aus der Schule Tilman Riemenschneiders aus dem 16. Jhdt. besichtigen kann. Bevor der Pilgerweg das Obere Werntal Richtung Arnstein verlässt führt er noch durch Schraudenbach.

 

Ein kleines Stück entfernt vom Jakobusweg finden sich weitere Perlen kirchlicher Kunstwerke und Einrichtungen. Eine Fahrt nach Greßthal belohnt mit gleich mehreren Einrichtungen. An die reich ausgemalte Kirche St. Bartholomäus (1601) schließt sich ein romantischer Pfarrhof an, die Bauten stammen aus dem 16. bzw. 18. Jhdt. Weiter findet sich dort eine Marienkapelle neueren Datums mit einer geschnitzten Madonna. Ein ehemaliges Wohn- und Amtshaus beherbergt das heutige Pfarreimuseum. Das in den Jahren 2002 bis 2004 umfassend sanierte Gebäude stammt aus dem Jahr 1596. Im Erdgeschoss ist eine archäologische Sammlung, die Einblick in den 7000 jährigen Alltag der Greßthaler Bauern bietet. Im Obergeschoss sind Kunstwerke aus rund 550 Jahren Pfarreigeschichte zu sehen. Nahezu jeder Ort birgt eine Kirche, Bildstöcke oder andere Kostbarkeiten, die es wert sind sie zu besichtigen.

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